Änderungsantrag der Fraktion MitBÜRGER für Halle – NEUES FORUM zur Genehmigung einer außerplanmäßigen Aufwendung im Ergebnishaushalt und einer außerplanmäßigen Auszahlung im Finanzhaushalt für das Haushaltsjahr 2015 im Geschäftsbereich III (VI/2015/00934)

Beschlussvorschlag:

Der Beschluss wird um einen weiteren Punkt ergänzt:

III. Der Ausschuss für Finanzen, städtische Beteiligungsverwaltung und Liegenschaften beschließt vorbehaltlich der,

 

  1. a) Mitteilung des Landesverwaltungsamtes zur Förderung eines Neubaus bei Entkernung und
  2. b) der Ergebnisse einer Voruntersuchung zur Statik der denkmalgeschützten HP-Schalen

 

den Abriss des alten Planetariums in Form einer Entkernung bis auf den Erhalt der HP-Schalen als Skulptur durchzuführen.

 

gez. Tom Wolter
Fraktionsvorsitzender

 

 

Begründung:                                                                                                                                  

Hinsichtlich des geplanten Abrisses des alten Planetariums liegen zwei wesentliche Informationen vor:

Ein Schreiben des Landesverwaltungsamtes an die Stadtverwaltung vom 2. Juni 2015 zur Fördermaßnahme 41 Planetarium: Dem ist zu entnehmen, dass im Rahmen des Fluthilfeprogramms zur Schadensbeseitigung aufgrund des technischen Totalschadens des alten Planetariums die Förderung eines Neubaus nur unter der Voraussetzung erfolge, dass keine weitere Nutzung des alten Gebäudes möglich sei. Ein Abriss sei erforderlich.

Der Abriss steht seit letzter Woche unter Denkmalschutzauflagen, d.h. wenn der Abriss seitens der Stadt beantragt wird, muss die Denkmalschutzbehörde zustimmen, was sie unter Auflagen auch tun werde, wie bereits der Presse zu entnehmen war. Das Landesdenkmalamt wird Auflagen zum Erhalt der HP-Schalen vorgeben, die einen denkmalgerechten Abbau und den Wiederaufbau des HP-Schalenkonstrukts sicherstellen.

 

Um die unterschiedlichen Bedingungen einzulösen, schlägt die Fraktion vor, den Abriss bis zur Bauhülle als Entkernung vorzunehmen, sodass vor Ort eine architektonische Bauskulptur erhalten bleibt, um der HP-Schalen-Technik einen würdigen Denkmalort zu geben. Damit würde man Kosten des denkmalgerechten Rückbaus, des Transports, der Aufbewahrung und des Wiederaufbaus als Skulptur sparen. Zugleich kann ein Platz erhalten werden, der die Erinnerung an die Architektur der Nachkriegsmoderne und 1970er Jahre mit ihrem typischen Erscheinungsbild dort wachhält, wo sie auch authentisch ist.  Eine Nutzung als Raumpflugplanetarium bleibt natürlich nicht gegeben, einzig die Wahrung als Denkmalplatz mit Hilfe der Bauhülle als Skulptur wird gewährleistet

 

Der Teilerhalt des alten Planetariums als Bauskulptur wird jedoch unter Vorbehalt einer Antwort des Landesverwaltungsamtes, ob durch die Entkernung des Gebäudes die Förderauflagen für den Neubau des Planetariums im Gasometer erfüllt sind, gestellt. Eine Anfrage wurde seitens der Fraktion an das Landesverwaltungsamt verfasst. Ebenso steht der Vorschlag der Fraktion unter Vorbehalt einer Voruntersuchung, ob und wie die offenbar massiven statischen Schäden durch Ertüchtigungsmaßnahmen behoben werden können.

 

Zu den weiteren Vorbereitungen gehört demnach

  • dass die Verwaltung prüfen lässt, ob und wie die offenbar bestehenden statischen Schäden durch Ertüchtigungsmaßnahmen behoben werden können,
  • dass Vorschläge für eine Präsentationsform der Bauhülle entwickelt werden, die verkehrssicher und vandalismusresistent ist,
  • Verantwortungen definiert werden, wer für die Unterhaltung des Denkmal sorgt (z.B. Gespräche zu führen mit dem Verein „Kunstplattform Sachsen-Anhalt e.V.“, siehe Beschluss VI/2014/00154 im Januar 2015) Erinnert sei daran, dass es bereits einen Beschluss zur Errichtung solch eines Denkmals gibt, eine Denkmal-Skulptur unter dem Arbeitstitel „Zeitspur Ostmoderne“ zur Würdigung moderner Architektur und Baukonstruktion in Halle-Neustadt einzurichten. Als weiterer Ansprechpartner ist der Peißnitzhaus e.V. zu nennen, alles Akteure die bereits ein Interesse zur Verantwortungsübernahme signalisiert haben. Unter der Voraussetzung – dass ein Teilerhalt des HP-Schalenkonstrukts nicht förderschädlich für das Projekt des Neubaus eines Planetariums ist – wird deshalb vorgeschlagen, dass der Rundbau mit skulpturalem HP-Schalendach und Stahlbetonlamellen sowie das pultartige aufsteigende Dachwerk des Kuppelgebäudes, welches ebenso aus HP-Schalen des Patentinhabers Herbert Müller (1918-1987) besteht, nur im Sinne einer Entkernung abgerissen wird.

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