Änderungsantrag der Stadträtin Dr. Regina Schöps (NEUES FORUM), des sachkundigen Einwohners Manfred Sommer (MitBÜRGER für Halle) und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur Beschlussvorlage Stadtbahnprogramm Halle, Ausbau der Großen Steinstraße – Gestaltungsbeschluss (VI/2015/00902)

Beschlussvorschlag:

Die Vorzugsvariante der Vorplanung einschließlich der Gestaltungsprinzipien zum Ausbau der Großen Steinstraße wird mit folgender Änderung bestätigt:

Die derzeitige Straßenbahnhaltestelle Stadtbad bleibt erhalten.

 

gez. Dr. Regina Schöps                                                               gez. Manfred Sommer

Stadträtin NEUES FORUM

gez. Manfred Sommer

sachkundiger Einwohner

MitBÜRGER für Halle

gez. Ines Brock

Fraktionsvorsitzende

BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN

 

Begründung:

Mit dem Gestaltungsbeschluss des Bauvorhabens soll auf die Haltestelle Stadtbad verzichtet werden. Begründet wird es seitens der Stadtverwaltung u.a., dass 400m Luftlinie zwischen den Haltestellen als Orientierungsmaß für Fußgänger/Fahrgäste ausreichen. Abgesehen von dem Umstand, dass bei Wegfall der Haltestelle Stadtbad sich der Abstand zwischen dem Joliot-Curie-Platz und der zweigeteilten Haltstelle Am Steintor auf ca. 550m verlängern würde, ist es Ziel des gesamten Stadtbahnprogramms den ÖPNV für die potentiellen Nutzer attraktiver zu gestalten. Dem würde der Verzicht auf die Haltestelle entgegenstehen.

Die Abstände zwischen der Haltstelle Stadtbad und Steintor betragen derzeit 330m und zum J.-Curie-Platz 220m. Das ist eine Abstandlänge, die im Vergleich zu weiteren Haltstellen in der Altstadt Akzeptanz und Annahme erfahren: Marktplatz und neues theater (ca. 220m), Franckeplatz und Marktplatz (ca. 350m), Moritzburgring und nt (ca. 350m) oder Moritzburgring und Hermannstraße (ca. 350m). Warum sollte an dieser Stelle die Attraktivität und Qualität des Straßenbahnnetzes eingeschränkt werden?

 

Ferner sind die Auswirkungen auf den Fußgänger im engen Zusammenhang mit den Auswirkungen auf die Ladengeschäfte zu sehen, wie die Stadtverwaltung selbst festhält (vgl. VI/2015/00902, 2015, S. 8). Bereits an der Großen Ulrichstraße kann man überzeugend beobachten, wie der kurze Haltstellenabstand zwischen Marktplatz und neuem theater von den Fahrgästen angenommen wird und die Attraktivität des Einzelhandels damit sichtbar gewonnen hat. Gleiches ist für die Große Steinstraße zu erwarten, die zudem als Bindeglied zwischen dem neuen Steintorcampus und dem Marktplatz an Bedeutung gewinnen wird.

 

Seitens der Verwaltung wird eine höhere Fahrgastzahl prognostiziert: Es wird eine Erhöhung der Fahrgastzahl um 1050 Personen gerechnet (2008 waren es ca. 1400 pro Tag und Richtung) (vgl. VI/2015/00902, 2015, S. 13). D.h. der Bedarf steigt um mehr als ein Drittel. Hinzu kommt der erwartbare steigende Bedarf für die konkrete Haltstelle durch den gerade abgeschlossenen Jugendherbergsausbau und der Ertüchtigung des Stadtbades. Dem Verweis auf das Alter der Nutzer kann man eher nur schmunzelnd begegnen, es ist weithin bekannt, dass Jugendherbergen und Stadtbäder heutzutage von den verschiedensten Altersgruppen genutzt werden. Dazu gehören nicht nur Jugendliche, gleichermaßen werden die Angebote von jüngeren Kindern (Schwimmangebote des Stadtbades) sowie von Menschen mit Behinderungen (Jugendherberge) genutzt, die kurze Wege benötigen. Weiterhin befindet sich in unmittelbarer Nähe eine große Integrierte Gesamtschule. Es ist nicht nachvollziehbar, dass insbesondre nach dem erfolgreichen Umbau der Jugendherberge die optimale Anbindung an den ÖPNV aufgegeben werden soll.

 

Im Hinblick auf die barrierefreie Gestaltung der Haltstellen wird vorgeschlagen, eine vergleichbare Lösung wie in der Großen Ulrichstraße zu wählen: im Haltstellenbereich den Fußgängerweg bspw. auf 24 cm zu erhöhen. Die kurvenähnliche Linienführung kann auch kein Ausschlusskriterium sein, wie in der Großen Ulrichstraße zu sehen ist. D.h. in landwärtiger Richtung (stadtauswärts – Seite Stadtbad) ist eine barrierefreie Haltstellengestaltung dadurch möglich. Stadteinwärts (Nordseite) hingegen sollten die Verhandlungen mit den Liegenschaftseigentümern erneut geführt werden, bevor man den Gedanken der Barrierefreiheit ausschließt. Es sollte weiter untersucht werden, ob eine rückwärtige Erschließung über die Zinksgartenstraße oder der Einbau einer Durchfahrt zum Hof durch das Haus Große Steinstraße 28 möglich wäre.

 

Im Fazit bedeutet es, dass eine einseitige barrierefreie Gestaltung der Haltstelle auf der Stadtbadseite eingerichtet werden kann. Für eine beidseitige Barrierefreiheit sind Verhandlungen für eine alternative Zufahrt erforderlich, ggf. ist es stadteinwärts wie im bisherigen Zustand zu gestalten.


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