Änderungsantrag der Stadträtin Yvonne Winkler (MitBÜRGER für Halle) zur Be-schlussvorlage Namensfindung für ein Stadtviertel nördlich der Altstadt und Aufnah-me weiterer innerstädtischer Gebietsnamen in den Amtlichen Stadtplan der Stadt Halle (Saale) (V/2013/11461)

Beschlussvorschlag:

Punkt 1 des Beschlusstextes wird wie folgt geändert:

 

  1. Die Benennung des Gebietes nördlich der Altstadt in den Begrenzungen Geiststraße, Universitätsring, Joliot-Curie-Platz, Große Steinstraße, Steintor, Ludwig-Wucherer-Straße, Reileck und Bernburger Straße in Steintorviertel östlich der Adam-Kuckhoff-Straße und westlich davon in Bebelviertel Bibliothekenviertel sowie die Aufnahme dieser innerstädtischen Gebietsnamen in den Amtlichen Stadtplan der Stadt Halle (Saale) wird bestätigt.

 

gez. Yvonne Winkler
Stadträtin

 

Begründung:

Wie den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung (Vorlage VI/2015/01023) zu entnehmen ist, wurde die Alternativbezeichnung Bibliothekenviertel für das Gebiet nördlich der Altstadt in den Begrenzungen Geiststraße, Universitätsring, Joliot-Curie-Platz, Große Steinstraße, Steintor, Ludwig-Wucherer-Straße, Reileck und Bernburger Straße dreizehnmal von Bürgerinnen und Bürgern vorgeschlagen. Der Verwaltungsvorschlag für das gesamte Areal lautete zu dem Zeitpunkt Steintorviertel. Der Bürgervorschlag Bibliothekenviertel wurde von der Verwaltung verworfen, da der Name „nicht gebietsprägend“ sei (Vorlage VI/2015/01023, Anlage 2, S. 2). Stattdessen wurde eine Zweiteilung des Areals vorgeschlagen, mit einem östlichen Teil mit dem Namen Steintorviertel und einem westlichen Teil mit dem Namen Bebelviertel. Einer Teilung des Areals ist nichts entgegenzusetzen, doch abgesehen von der höheren Stimmenanzahl für den Namensvorschlag Bebelviertel ist es nicht nachvollziehbar, warum der Name eines Politikers, dem stadtgeschichtlich keine gesonderte Bedeutung für das Areal oder das gesamte Stadtgebiet zukommt, nur aufgrund der Namenspatronage für eine Straße und einen Platzes innerhalb des Areals als gebietsprägend akzeptiert wird.

Vielmehr sollte es einleuchten, dass die Bibliotheken für das Areal einen viel größeren Standortfaktor darstellen. Die zwei stattlichen Gebäude der Landesbibliothek – 1878 im Areal erbaut und mit 5,55 Millionen Bestandseinheiten die größte wissenschaftliche Allgemeinbibliothek Sachsen-Anhalts – und die Bibliothek der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina – seit Mai 1904 im Areal ansässig hat sie heute einen Bestand von 265.000 Bänden – definieren die Identität des Areals und sind wichtiger Bestandteil der Wissenschaftsgeschichte der Stadt Halle (Saale). Diesem Wissenschaftserbe des Areals sollte die Stadt durch die Gebietsbezeichnung Bibliothekenviertel gerecht werden.


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