Antrag der Fraktion MitBÜRGER für Halle – NEUES FORUM zur weiteren Nutzung der Neuen Residenz

Beschlussvorschlag:

  1. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, gegenüber dem Land Sachsen-Anhalt nochmals explizit auf die kulturhistorisch und stadtgeschichtlich herausragende Bedeutung des Gebäudekomplexes hinzuweisen und an das Land zu appellieren, dass es jener Bedeutung auch bei Wahrnehmung der aus dessen Eigentümerstellung resultierenden Pflichten gerecht wird. Besonders ist sich dafür einzusetzen, dass auch zukünftig die Neue Residenz einschließlich deren Innenhof für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Halle (Saale) öffentlich zugänglich bleibt.
  2. Der Oberbürgermeister berichtet in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am 26.05.2016 über den Verlauf der Gespräche.

 

gez. Tom Wolter
Fraktionsvorsitzender

 

Begründung:

Die 1531 bis 1539 von Kardinal Albrecht erbaute Neue Residenz ist eine der bedeutendsten Bauwerke der Frührenaissance in ganz Deutschland. Es handelt sich um eine trapezförmige Vierflügelanlage aus zwei- bis dreigeschossigen Bruchsteinbauten mit Sattel- und Walmdächern. Der Gebäudekomplex ist Bestandteil der „Straße der Romanik“, an der sich neben der Neuen Residenz auch der Dom zu Halle und das Kunstmuseum Moritzburg Halle befinden.

Dass ein Erhalt und eine denkmalgerechte Sanierung des Gebäudes aus stadtgeschichtlicher und kulturhistorischer Sicht höchste Priorität hat, steht außer Frage.

Zurzeit bietet das Land Sachsen-Anhalt die Neue Residenz zum Verkauf an. Der Mitteldeutschen Zeitung vom 18.06.2015 war zu entnehmen, dass beim Bau- und Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt mehrere Kaufinteressenten ihre Interessenbekundungen abgegeben hätten.

Aus Sicht der Fraktion MitBÜRGER für Halle – NEUES FORUM ist es der Bedeutung des Gebäudekomplexes angemessen, dass der Oberbürgermeister als Vertreter der Stadt Halle (Saale) den Interessen der Stadt in dieser Angelegenheit Ausdruck verleiht. Daher beauftragen wir den Oberbürgermeister, sich proaktiv in Gesprächen mit dem Land Sachsen-Anhalt dafür einzusetzen, dass die Neue Residenz einer Nutzung zugeführt wird, die der herausragenden Stellung des Gebäudekomplexes gerecht wird. Eine öffentliche Zugänglichkeit des Innenhofes ist dabei ausdrücklich als Interesse der Stadt Halle (Saale) zu kommunizieren.

Die Stadtverwaltung hat bereits in der Vergangenheit grundsätzlich ähnliche Interessen formuliert. So signalisierte die Verwaltung beispielsweise in ihrer Antwort auf eine Anfrage der Stadträtin Dr. Annegret Bergner (CDU) zur Neuen Residenz vom 25.09.2013 (Vorlagennummer V/2013/11999) Unterstützung für eine Nutzung des Gebäudekomplexes für junge Künstler unter dem Arbeitstitel Werkraum Halle samt einer Betreibung nach dem Wächterhausmodell.

Für die Berichterstattung des Oberbürgermeisters in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung möchten wir anregen, ebenfalls auskunftsfähige Vertreter des Landes Sachsen-Anhalt, beispielsweise des Bau- und Liegenschaftsmanagements Sachsen-Anhalt, einzuladen, um auch den direkten Austausch mit den Stadträten zu befördern.


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