Anregung der Fraktion MitBÜRGER für Halle – NEUES FORUM zu einem Integrationsangebot der Stadtbibliothek

In der Mitteldeutschen Zeitung war am 21. April 2016 zu lesen, „[w]ie Bibliotheken bei der Integration helfen.“ Katrin Lesche, Leiterin der Stadtbibliothek Halle (Saale), berichtet, dass mittlerweile viele Geflüchtete das Angebot nutzen würden und die Nachfrage nach Lernmaterial steige.

Das Angebot der Stadtbibliothek sollte als ein wichtiger Baustein der Integration betrachtet werden, in dessen Fokus Bildung und kultureller Austausch stehen. In den Unterkünften geflüchteter Menschen sind nicht immer geeignete Bedingungen zum häuslichen Lernen gegeben. Deshalb muss eine gute Lerninfrastruktur an öffentlichen, frei zugänglichen Orten für Geflüchtete geschaffen werden.

 

Aus diesem Grund regt die Fraktion MitBÜRGER für Halle – NEUES FORUM an,

1. dass die Stadtbibliothek in geeigneter Weise auf ihr Angebot – speziell auch für geflüchtete Menschen – aufmerksam machen sollte, u.a. auf der städtischen Website, im Amtsblatt sowie durch die Kooperation mit den Betreibern der Sozialbetreuung in den Unterkünften für Geflüchtete und Asylsuchende.

2. zu prüfen, ob und inwieweit das Angebot der Stadtbibliothek für Geflüchtete mit Blick auf das begrenzte Budget erweitert werden kann.

 

In diesem Zusammenhang sollten folgende Vorschläge beachtet werden:

  • Um die Grundregeln der Bibliotheksnutzung zu veranschaulichen, könnten Zeigebilder helfen.
  • Zusätzlich könnten Führungen beispielsweise speziell für Bewohner zentraler Einrichtungen oder der Clearingstelle die Regeln für die Nutzung, das Angebot der Bibliothek und die Möglichkeit, diese als Lernort zu nutzen, näher bringen. Da bereits Kooperationen der Stadtbibliothek mit Sprachschulen bestehen, könnte man die Führungen speziell an die Bedürfnisse der Teilnehmer von Integrationskursen und ggf. auf Alltags-Schwerpunkte (Sprache, Arbeit, Leben in Deutschland, Freizeitgestaltung und Hilfen im Internet) anpassen.
  • Geflüchtete, die die Stadtbibliothek als Lernort nutzen, sollten für die Dauer ihres Aufenthalts kostenfreien Internetzugang unter Vorlage des Halle-Passes erhalten.
  • Die Stadtbibliothek sollte über eine gut sortierte Abteilung mit fremdsprachigen Titeln bzw. Übersetzungen (Wörterbücher, Bilderbücher, Kinder- und Jugendbücher, DaF/-DaZ-Material, Klassiker der deutschen Literatur, Bücher über deutsche Kultur) verfügen. Kostenloses Prospektmaterial in verschieden Sprachen zum Mitnehmen und Material für Multiplikatoren – zum Beispiel für Alphabetisierung oder „Ankommen in Deutschland“ – sollte ausliegen.
  • Durch Kontakte zum Sozialmanagement der Unterkünfte oder zu Ehrenamtlichen könnten Besuche in der Stadtbibliothek begleitet organisiert werden.
  • Das Angebot der Fahrbibliothek könnte sich auf Flüchtlingsunterkünfte ausdehnen.

 

gez. Tom Wolter
Fraktionsvorsitzender

 

 


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