Das Warten auf ein Raumkonzept

Das neue Jahr beginnt mit einer alten Geschichte. Wieder beschäftigen wir uns mit einer Vorlage zum Thema Verwaltungsstandorte. Die Verwaltung möchte die Scheibe A als Sozialrathaus entwickeln, ein Standort für 450 Mitarbeiter. Die Antwort der Stadträte lautet: ohne Konzept, kein Verwaltungsstandort. Dieselbe Antwort erhielt die Verwaltung im letzten Jahr, nachdem mehr als ein halbes Jahr über einen Grundsatzbeschluss zur Einrichtung eines Sozialrathauses diskutiert wurde. Im Jahr 2015 war im Bericht „Verwaltungsstandorte der Stadt Halle (Saale)“ zu lesen, dass Oberbürgermeister Dr. Wiegand einen Verwaltungsneubau am Riebeckplatz erwog, woraufhin erstmals ein Konzept gefordert wurde.

 

Der Wunsch nach einem Raumkonzept existiert nunmehr seit zwei Jahren. Im Januar 2016 berichtete der Oberbürgermeister, dass mit einem Konzept im 3. Quartal 2016 zu rechnen sei. Bisher liegt es nicht vor.

 

Aus unserer Sicht ist ein strukturiertes Vorgehen zur Entwicklung von Verwaltungsstandorten dringend geboten. Viel ist in Bewegung: kürzlich wurde ein neuer Standort für das Jugendamt in der Albert-Schweitzer-Straße bezogen, der ehemalige Verwaltungsstandort in der Schopenhauerstraße soll verkauft werden. Gleichzeitig wird über die Aufgabe des Technischen Rathauses am Hansering diskutiert und es wurde ein Neubau in der Schimmelstraße thematisiert. Auch die Herrichtung des Alten Polizeipräsidiums am Hallmarkt und des ComCenters in der Willy-Brand-Straße wurde geprüft. Eine Prüfung von neuen Standorten ist natürlich sinnvoll und wichtiger Teil eines Konzeptes, doch lassen die bisherigen Beschlussvorlagen vermuten, dass eine konkrete, langfristig angelegte Raumplanung weiterhin nicht angestrebt wird. Bislang fehlt eine Auswertung, welche spezifischen Anforderungen für die einzelnen Fachbereiche erfüllt werden müssen, welche Verwaltungseinheiten gebündelt werden könnten oder wo zumindest eine räumliche Nähe gegeben sein sollte. Ohne solche Fragen belastbar beantwortet zu haben, werden wir uns auch weiterhin gegen die Einrichtung weiterer Standorte aussprechen, denn es ist weder effektiv noch sinnvoll, Ressourcen und Zeit zu verbrauchen, um Einzellösungen zu diskutieren, die langfristig nicht in ein schlüssiges Raumkonzept passen. Vielmehr ist es angebracht, dass die Verwaltung endlich verbindlich einen Zeitpunkt benennt, wann sie in der Lage ist, ein Raumkonzept mit mittel- und langfristiger Planung vorzulegen, um es gemeinsam mit dem Stadtrat zu diskutieren und zu beschließen.


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>