Kulturprojekt HaSi muss bleiben!

Die Kultur wird neben Wissenschaft und Wirtschaft als das dritte Standbein der Stadt Halle (Saale) bezeichnet. Der Kulturbegriff ist nicht eindimensional zu verstehen. Er hat viele Gesichter.
Die Hochkultur der Saalestadt zu fördern und ihre Interessen zu vertreten, ist ein vertrautes Anliegen. Doch wie sieht es mit alternativen Kulturangeboten aus? Wie sieht es gar mit selbst geschaffenen Angeboten junger Menschen aus, die weitab vom Mainstream der Kultur stattfinden?
Ein solches Projekt ist die Hafenstraße 7, kurz HaSi genannt. Junge Menschen engagieren sich seit Monaten für ein vielfältiges, weltoffenes, gemeinschaftliches Kulturangebot. Und das mit Erfolg und in Partnerschaft mit Institutionen wie beispielsweise der Burg Giebichenstein und den Franckeschen Stiftungen. Von urbanem Gärtnern über ein Lesecafé bis hin zu Kindersommercamps finden zahlreiche gut organisierte Veranstaltungen statt. Dieses Angebot bereichert unsere Stadt. Doch nun, kurz vor dem Ablauf des Mietvertrages, wird gegen das Projekt mobilisiert. Die Kritik geht von Lärmbelästigung bis hin zu pauschaler Verurteilung als extremistischem Treffpunkt aus – eine Unterstellung, die das positive Wirken des Projekts gegen Rechts untergraben soll. Viele Kritiker behaupten gar, dass es in Halle (Saale) bereits genügend kreative Freiräume für alternative Kulturangebote gäbe. Doch diese Freiräume sind in Gefahr.
Kultur braucht Raum zum Atmen – und zwar im wörtlichen Sinne. Nicht nur Ambitionen von Stadtentwicklern und Investoren schränken diese Freiräume ein – wie zuletzt am Beispiel LaBim zu sehen war –, sondern auch eine fehlende Akzeptanz in Teilen der Bevölkerung. Kaum ein alternatives Kulturprojekt kann sich seiner Zukunft in Halle (Saale) sicher sein. Wir müssen versuchen, auf mögliche Probleme einzugehen, ohne die Kreativität und den benötigten Freiraum zu beschneiden. Kultur außerhalb der großen Institutionen in Frage zu stellen, schadet der kulturellen Vielfalt unserer Stadt.
Jede Stadt braucht Orte des kulturellen Ausdrucks. Dies können die großen Theater und Galerien der Stadt sein, es muss jedoch auch Platz für die Ausprägung anderer Formen von Kultur geben. Zu einem demokratischen Zusammenleben gehört, die Bedürfnisse der Mitmenschen zu akzeptieren und deren kulturelles Engagement zu würdigen. Denn wir zumindest möchten nicht in einer Stadt leben, in der die freie Ausprägung verschiedener Kulturformen unterbunden wird.
Wir stehen für kreative und gelebte Vielfalt.


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