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Open Data – Chance für mehr Bürgerbeteiligung

Es ist richtig und wichtig, dass sich Kommunen den Herausforderungen und Chancen des digitalen Wandels stellen. Zum Jahresauftakt hat die Stadt Halle (Saale) beim Tag der offenen Tür das Thema Digitalisierung gesetzt. Dort präsentierte sich eine diverse Gruppe von Akteuren aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft mit spannenden und innovativen Projekten. Aus Sicht der Fraktion MitBÜRGER für Halle – NEUES FORUM fehlte in diesem Zusammenhang jedoch ein wichtiger Akteur: Das Open-Data-Team der Stadt Halle (Saale). Diese Abteilung veröffentlicht Daten von und über die Verwaltung auf einem Online-Portal.

Der Begriff Open Data – auf Deutsch offene Daten – bezeichnet sämtliche Datenbestände, die im Interesse der Allgemeinheit ohne jedwede Einschränkung zur freien Nutzung, zur Weiterverbreitung und zur freien Weiterverwendung frei zugänglich gemacht werden. Dabei geht es nicht um personenbezogene Daten, sondern um Datenbestände des öffentlichen Sektors, wie zum Beispiel Feinstaubwerte, Wahlergebnisse oder Geodaten – also Daten, welche mit Steuergeldern erhoben werden.

In dem von der Stadt erarbeiteten Masterplan E-Government wurde 2013 die Veröffentlichung von Daten sowie von Schnittstellen zu Datenbanken angekündigt. Aktuell stehen auf dem Open-Data-Portal der Stadt 74 Datensätze zur Verfügung. Im Vergleich dazu kann im entsprechenden Berliner Portal auf rund 1300 Datensätze zugegriffen werden. Standen in Berlin die Ergebnisse der Bundestagswahl 2017 schon Stunden nach der Wahl öffentlich zur Verfügung, wurden diese in unserer Stadt auch vier Monate nach der Wahl noch nicht in vollem Umfang in maschinenlesbarer Form veröffentlicht: So fehlen die Erststimmen sowie für die Zweitstimme die Ergebnisse aufgeschlüsselt nach Stimmbezirken.

Mit offenen Daten lassen sich Anwendungen entwickeln, die informieren und die Arbeit von Verwaltungen und Behörden transparenter machen. Einen beispielhaften Umgang mit solchen Daten zeigt die Anwendung „Was steckt in meinem Leitungswasser?“. Für Teile von Sachsen-Anhalt können sich Bürgerinnen und Bürger die Parameter des Trinkwassers in ihrem Wohnort anzeigen lassen und sogar mit bestimmten Mineralwassern vergleichen. Ursprünglich entwickelt von Teilnehmern des OK Lab Heilbronn wurde die Anwendung zum Open Data Day 2017 vom OK Lab Leipzig für diese Region adaptiert und mit Daten, die ein regionaler Wasserversorger bereitstellt, befüllt. Offene Daten haben so das Potenzial Städte und Nachbarschaften zu verbessern.

 

Was steckt in meinem Leitungswasser? Anwendung entwickelt vom OK Lab Heilbronn, adaptiert vom OK Lab Leipzig, Lizenz: CC BY 3.0 DE

Bildnachweis: Was steckt in meinem Leitungswasser? Anwendung entwickelt vom OK Lab Heilbronn, adaptiert vom OK Lab Leipzig, Lizenz: CC BY 3.0 DE (Screenshot)


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