Risiko „Elterntaxi“

Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. In Sachsen-Anhalt verunglückten im Jahr 2017 fast 900 Kinder. Vor vielen Schulen in der Stadt Halle (Saale) spielen sich jeden Morgen brenzlige Szenen ab: zugeparkte Gehwege, riskante Wendemanöver, blockierte Straßen – dazwischen Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Schule sind.

Kurz vor halb acht Uhr verdeutlicht die Situation vor der Grundschule „Albrecht Dürer“ das Ausmaß der Problematik. Gelegen in einer engen Sackgasse im Norden des Paulusviertels, bringen viele Eltern ihre Kinder zur Schule. Während die Mehrheit zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, werden dennoch etliche Schülerinnen und Schüler mit dem Auto vor den Schuleingang abgesetzt. Beim Zurücksetzen oder Wenden werden dabei immer wieder Kinder in Gefahr gebracht.

Um diese Situation zu verbessern, schlägt die Fraktion MitBÜRGER für Halle – NEUES FORUM vor, modellhaft an Schulen in Halle Hol- und Bringzonen einzurichten. Der unmittelbare Bereich vor Schulen sollte von Bring- und Holverkehren freigehalten werden. Speziell ausgewiesene „Elternhaltestellen“ sollten idealerweise mindestens 250 Meter vom Schuleingang entfernt liegen, um so den Verkehr vor der Schule zu entzerren. Dort können Kinder ein- und aussteigen und die letzten Meter bis zum Schultor zu Fuß zurücklegen. Ohne Frage sollte es sich hierbei nur um ein unterstützendes Instrument in der Gestaltung sicherer Schulwege handeln. Eine mittel- und langfristige Entspannung kann nur erreicht werden, wenn verschiedene Maßnahmen ineinandergreifen. Dafür bedarf es der Kooperation der unterschiedlichen Akteure. Hier ist zum einen die Stadt gefragt, zum anderen können auch die Eltern einen wichtigen Beitrag leisten, wobei klares Ziel sein sollte, Kinder zu befähigen, ihren Schulweg alleine zu bewältigen zusammen mit ihren Mitschülern.

Wir haben unsere Ideen zur Einrichtung von Hol- und Bringzonen bereits Ende Mai im Stadtrat eingebracht. Wir freuen uns, dass der Oberbürgermeister in Abstimmung mit der Polizei prüft, ob die Idee umsetzbar ist. Die Beratungen werden im Bildungs- und Hauptausschuss im September folgen.

Wir laden Sie, Bürgerinnen und Bürger und insbesondere auch betroffene Schülerinnen und Schüler, in der Zwischenzeit ein, Ihre Erfahrungen mit uns zu teilen. Wo ist die Situation besonders gefährlich? Was könnten Hol- und Bringzonen ändern? Wo müssen andere Ansätze her? Gerne werden wir Ihre Meinungen und Erfahrungen mit in die Diskussion aufnehmen!


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