Antrag der Fraktion MitBÜRGER für Halle – NEUES FORUM zur Teilnahme an der Präventionskampagne „Luisa ist hier!“

Beschlussvorschlag:

  1. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, die in einer Vielzahl deutscher Städte durchgeführte Präventionskampagne „Luisa ist hier!“ in der Stadt Halle (Saale) zu etablieren. Zu diesem Zweck soll die Stadtverwaltung, als koordinierende Stelle, Kneipen, Clubs, Cafés und Restaurants im gesamten Stadtgebiet als teilnehmende Partner gewinnen, um gemeinsam die Kampagne im 1. Quartal 2019 zu starten. Die angemessene fachliche Betreuung von Betroffenen soll gegebenenfalls in Kooperation mit Frauenberatungsstellen in Halle (Saale) gewährleistet werden. Die Stadt Halle (Saale) übernimmt die Kosten für die Übernahme des Corporate Designs und der Handlungsleitfäden für teilnehmende Betriebe.
  2. Über den Stand der Umsetzung wird im Sozial-, Gesundheits- und Gleichstellungsausschuss regelmäßig informiert.

 

gez. Tom Wolter
Fraktionsvorsitzender

 

Begründung:

„Luisa ist hier!“ ist ein Präventionsprojekt. Es handelt sich um ein Hilfsangebot für Frauen und auch Männer, die sich beim Ausgehen einer unangenehmen Situation entziehen möchten. Sollten sich Menschen in Clubs, Bars oder Kneipen belästigt, bedrängt oder bedroht fühlen, können sie sich diskret an das Thekenpersonal wenden und nach „Luisa“ fragen. Die Frage „ist Luisa hier?“ fungiert dabei als Code, um anzuzeigen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Als Reaktion darauf erhält die betroffene Person umgehend Unterstützung, indem ihr ein Rückzugsort geboten wird. In diesem Raum kann besprochen werden, welche Unterstützung benötigt wird und was als nächstes passieren soll – etwa  die Kontaktaufnahme mit Freund*innen oder der Familie, das Rufen eines Taxis oder aber der Polizei. Wesentlicher Bestandteil des Projekts ist dabei, dass keine Erklärung des Problems seitens der Betroffenen verlangt wird. So wird die Hemmschwelle für Menschen, die sich einer unangenehmen Situation ausgesetzt fühlen, deutlich gesenkt. Ein besonderer Fokus der Kampagne liegt auf der Sensibilisierung des Personals.

Der Gaststättenverband DEHOGA unterstützt das spendenfinanzierte Projekt ebenfalls und hat alle seine 700 Mitglieder bereits zur Teilnahme aufgerufen. Die Stadtverwaltung kann in diesem Zusammenhang die Koordination übernehmen und übergreifende Fragestellungen in Arbeitstreffen mit den teilnehmenden Betrieben bearbeiten. Als koordinierende Stelle trägt die Stadt Halle (Saale) die Schutz- und Bearbeitungsgebühr im niedrigen dreistelligen Eurobereich.

Ursprünglich stammt die Idee aus England. In Deutschland wurde die Kampagne im Dezember 2016 vom Frauen-Notruf der Stadt Münster (Westfalen) gestartet und ist mittlerweile in knapp 50 Städten bundesweit vertreten – darunter in den mitteldeutschen Städten Jena und Leipzig. Aktuell führt die Koordinierungsstelle „Luisa“ eine Evaluation der Kampagne „Luisa ist hier!“ in Münster durch. Wir befürworten, dass dieses Projekt nach Austausch mit anderen Kommunen auch in der Universitätsstadt Halle (Saale) initiiert wird.

 

Weitergehende Informationen:
https://luisa-ist-hier.de/


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