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Anfrage der Fraktion MitBÜRGER für Halle – NEUES FORUM zur Bekämpfung des Götterbaums

Der Götterbaum (Ailanthus altissima) ist ein ursprünglich aus Asien stammender Laubbaum, welcher zu den am schnellsten wachsenden Pflanzenarten der Welt zählt. Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde er vermehrt nach Europa eingeführt. Einige vergleichsweise alte Götterbäume sind beispielsweise im Mühlwegviertel zu finden. Schon länger haben sich jedoch einige seiner Eigenschaften als problematisch erwiesen. Besonders problematisch sind seine rasante Ausbreitungsfähigkeit und die Neigung zu Wurzelschösslingen, die unter anderem Gebäude und Straßen leicht beschädigen können. Bei Fällung hat sich der Götterbaum gleichsam als widerspenstig erwiesen, da diese ihn durchaus nicht zurückwirft, sondern lediglich zu einer vermehrten Anzahl rasch aufschießender Triebe im gesamten Wurzelgebiet führt. Bis zu drei Meter Wachstum pro Jahr sind durchaus keine Seltenheit, schon nach wenigen Jahren wird die Geschlechtsreife erreicht. Viele Regionen in Deutschland kämpfen seit längerem mit der Ausbreitung des wärmeliebenden Götterbaumes, besonders innerhalb der städtischen Wärmeinseln, wo ihm selbst geringste Erdstreifen am Rand von Wegen oder Häusern reichen, um aufzuschießen. Im Jahr 2014 wurde in Zusammenarbeit mit dem Botanischen Garten eine Bestandsaufnahme des Götterbaumes innerhalb Halles im Rahmen einer wissenschaftlich-praktischen Arbeit am Georg-Cantor-Gymnasium unternommen, bei der sich bereits damals zeigte, dass der Götterbaum, bezogen auf die Zahl der Pflanzen, in großen Teilen Halles zweifellos zu den häufigsten Gewächsen überhaupt geworden ist – vornehmlich in den letzten Jahren, wie aus der relativen Jugend vieler Exemplare geschlussfolgert werden kann. Beim Gang durch die Stadt ist die Unkenntnis vieler Hausbesitzer geradezu offensichtlich, welche unliebsame Exemplare einfach fällen, obwohl allein die Ringelung (neben massivem Gifteinsatz) sich als wirksam erwiesen hat, und infolgedessen das Wachstum lediglich anheizen.

Auch an vielen städtischen Flächen zeigen sich regelrechte Wucherflächen des Götterbaumes ohne sachgemäße Entfernung. Seit 2014 hat sich die Zahl der Götterbäume noch einmal vervielfacht. Auch die diesjährige Dürreperiode zeigt keine Abmilderung des Problems, da der Götterbaum ausgesprochen dürreresistent ist. Zuletzt hat die Stadtverwaltung in der Sitzung des Ausschusses für Ordnung und Umweltangelegenheiten am 09.06.2016 über Maßnahmen zur Bekämpfung von Neophyten berichtet. Dem Götterbaum wurde von der Stadtverwaltung in diesem Rahmen keine Beachtung geschenkt.

 

Daher fragen wir:

  1. Welche Maßnahmen ergreift die Stadtverwaltung zur nachhaltigen Bekämpfung des Götterbaumes?
  2. Wie bewertet die Stadtverwaltung ggf. den Erfolg der bisher ergriffenen Maßnahmen?
  3. Gibt es bereits festgestellte Schäden an städtischen Bauwerken, die durch den Götterbaum entstanden sind? Wenn ja, bitten wir um eine Auflistung der Schäden.
  4. Sind die Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung im sachgerechten Entfernen von Götterbäumen geschult?

 

gez. Tom Wolter
Fraktionsvorsitzender


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