Antrag der Fraktion MitBÜRGER für Halle – NEUES FORUM zu urbanes Gärtnern in der Stadt Halle (Saale)

Die Stadtverwaltung wird beauftragt zu prüfen,

  • inwieweit die Stadt Halle (Saale) eine Plattform zur Organisation von weiteren Möglichkeiten zur Förderung neuer Formen des urbanen Gärtnerns bereitstellen kann,
  • welche Möglichkeiten gesehen werden, Modelle des urbanen Gärtnerns weiter zu befördern (für interessierte Bürgerinnen und Bürger, städtische Gesellschaften, private Eigentümer etc.) und
  • mit welchen Mitteln die Öffentlichkeitsarbeit zu den bereits vorhandenen Möglichkeiten unterstützt werden kann, sodass diese in der Stadt Halle bekannter werden.

Der Antragstext wurde vollständig ersetzt mit:

Die Stadtverwaltung wird beauftragt, urbanes Gärtnern durch Bürgerinnen und Bürger in der Stadt zu ermöglichen und zu unterstützen und im konkreten Einzelfall bei der Kontaktaufnahme zu Eigentümern behilflich zu sein sowie die Verfügbarkeit und Nutzbarkeit städtischer Flächen zu prüfen.

gez. Tom Wolter
Fraktionsvorsitzender

Begründung:
Im Verlauf der letzten Jahre haben sich in den Städten neben den bisherigen Formen des Gärtnerns und der Erholung in Kleingartenanlagen neue Formen des urbanen Gärtnerns entwickelt. Diese neuen Gartentypen (Gemeinschaftsgärten, Krautgärten, Interkulturelle Gärten) werden von einzelnen Interessierten gemeinschaftlich organisiert und stellen sowohl den Anbau von Gemüse als auch den sozialen Austausch und die Integration in der Gartengemeinschaft in den Mittelpunkt. Die Entwicklung wird insbesondere von der Idee des gemeinschaftlichen Handelns und der Teilhabe und Mitwirkung getragen.

In der Stadt Halle (Saale) gab es dazu bereits 2004 die Initiative der „Neustädter Gärten“/Interkulturelle Gärten, deren Erfolg jedoch begrenzt blieb und aufgrund verschiedener Hemmnisse und Probleme nicht anhaltend etabliert werden konnte. Durchsetzen konnte sich der damals entstandene Zen-Garten des Vereins Shorai.Do-Kampo, welcher 2009 im Rahmen des Wettbewerbs “Aktiv für Demokratie und Toleranz” vom Bündnis für Demokratie und Toleranz als vorbildhaftes Projekt ausgezeichnet wurde.

Ein weiteres dauerhaftes Projekt ist der seit Sommer 2009 unter der Regie von Postkult e.V. angelegte Stadtgarten Glaucha in der Torstraße, der sich großer Beliebtheit erfreut und im Frühling 2011 erstmals alle nutzbaren Flächen vergeben werden konnten (vgl. http://www.postkult.de/?page_id=875).

Zu prüfen wäre, inwieweit die bestehenden Ansätze des urbanen Gärtnerns in der Stadt Halle (Saale) mit Hilfe von vergleichbaren Initiativen ausgebaut werden können und welche Möglichkeiten die Stadtverwaltung hierzu für eine Unterstützung sieht.

 

Stellungnahme der Verwaltung:

Die Verwaltung empfiehlt, den Antrag abzulehnen.

Begründung:

Urbanes Gärtnern resultiert aus dem Interesse, außerhalb der festen, stärker reglementierten Struktur der Kleingartenverbände Rest- und Brachflächen  einer alternativen Nutzung zuzuführen. Diese Initiativen leben vom Engagement der Organisatoren und eben nicht von der Möglichkeit, vorgefertigte Strukturen zu nutzen.

Erfolgreiche Beispiele wie die Prinzessinnengärten in Berlin zeigen, dass es ausgehend von der Begeisterung für das Gärtnern und dem Interesse an der Nutzung einer ganz bestimmten Fläche, dann auch Durchhaltevermögen und Organisationstalent gefragt sind, um aus einer spontanen Idee einen dauerhaften Erfolg zu machen.

Die Verwaltung sieht aus diesen Gründen auch nicht die Notwendigkeit, eine Datenbank möglicherweise nutzbarer Flächen zu entwickeln und vorzuhalten und damit neben den Kleingartenverbänden eine Zweitstruktur aufzubauen und diese auch noch zu bewerben.

Wir bieten aber an, im konkreten Einzelfall, den jeweiligen Interessenten bei der Kontaktaufnahme zum Eigentümer behilflich zu sein und bei städtischen Flächen die Verfügbarkeit und Nutzbarkeit zu prüfen.

Der Antrag wurde im Stadtrat am 30.4.2014 knapp abgelehnt.


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