Antrag der Fraktion MitBÜRGER für Halle – NEUES FORUM zur Entwicklung einer Schulhofkonzeption für die kommunalen Schulen

Die Verwaltung wird beauftragt,
für die Pausen- und Freistundengestaltung der Schülerinnen und Schüler eine Konzeption für die kommunalen Schulen der Stadt Halle (Saale) zu erstellen und dem Stadtrat bis Juni 2014 vorzulegen.
In der Konzeption sollen bestehende Defizite (z.B. bei der Schulhofgestaltung oder bei sonstigen Angeboten für Freistunden) und notwendige Maßnahmen zu deren Beseitigung dargestellt werden. Gleichzeitig sollen Prioritäten für die zeitliche Umsetzung dieser Maßnahmen gesetzt werden. Die Schulleitungen und Schülervertretungen der Schulen sind bei der Konzepterstellung in geeigneter Weise zu beteiligen.

gez. Tom Wolter
Fraktionsvorsitzender

Begründung:
Während Schulen, Kitas und Spielplätze derzeit schrittweise saniert werden, bleibt der Bereich der Schulhöfe noch völlig ausgeblendet. Asphaltierte Flächen, zu wenig Platz, kaum Grünflächen und ein dürftiges Spielangebot sind bei den meisten die ersten Assoziationen, wenn sie das Wort Schulhof hören. Schulhöfe sind der Ort der Pausengestaltung und der Aufenthaltsort für Freistunden, auf dem sich Schülerinnen und Schüler täglich bewegen und aktiv entspannen sollen. Sowohl die Antwort der Stadtverwaltung auf die Anfrage des Stadtrates Denis Häder (MitBÜRGER für Halle) zu bestehenden Angeboten der aktiven Pausen- und Freizeitgestaltung auf Schulhöfen (V/2013/12007) als auch die direkten Reaktionen einzelner Schulleitungen haben Problemfelder aufgezeigt, auf die die Stadtverwaltung bisher nicht konzeptionell reagiert hat.  Die Defizite werden in der Antwort vorgestellt und es werden unterschiedliche Handlungsbedarfe und Handlungsebenen aufgezeigt. Sie enthalten eine Dringlichkeit sowie eine Vielschichtigkeit, auf die nicht beiläufig reagiert werden darf. Leider gibt es bisher nur eine Konzeption für Spielplätze, hingegen steht eine solche Konzeption für die Schulhöfe der Stadt Halle (Saale) noch aus.

Die Verwaltung soll eine aktuelle Bestandsanalyse vornehmen, aus der hervorgeht, welche kommunalen Schulhöfeneu gebaut und saniert sind, sich gerade im Umbau befinden oder welche noch keinerlei Gestaltung erfahren haben. Außerdem soll der finanzielle Bedarf für investive Maßnahmen an Schulhöfen aufgezeigt werden. Es soll der investive Bedarf angegeben werden, damit entschieden werden kann, ob die Entwicklung eines Investitionsprogrammes erforderlich ist, welches in dem künftigen Haushaltsplan 2015/16 eingebunden wird.

Des Weiteren muss unterschieden werden, auf welcher Handlungsebene Defizite bestehen: Sind es kleinere Einzelmaßnahmen oder muss eine komplette Schulhofumgestaltung (auch im Zuge einer Komplettsanierung der Schulanlage) erwogen werden. Aus den verschiedenen Handlungsebenen resultieren differenzierte Handlungsbedarfe: Entfernung von Gefahrenstellen, Umgestaltung der Beschaffenheit des Schulhofes, Pflege der Grünflächen, Integration von Sportanlagen, Installation von Sitzmöglichkeiten sowie von attraktiven Angeboten von Spielgeräten.

Um diese Aufgabe zu bewältigen ist die Entwicklung eines zeitgemäßen Gestaltungskonzeptes unausweichlich. Eine gemeinsame Konzeptentwicklung für die Schulhofgestaltung durch die Stadtverwaltung, Schulleitung, Schülervertretung, Elternvertretung, Stadtschülerrat, Kinder- und Jugendrat und ggf. Vertretern aus den Stadtteilen  könnte zu einem gelingenden Beispiel von bürgerschaftlichen Engagement führen.

Daraus ableitend soll ein Maßnahmeplan dem Stadtrat vorgelegt werden, mit welchen Prioritäten eine zeitliche Umsetzung des Gestaltungskonzeptes erfolgen soll. Ferner muss die Konzeption enthalten, in welchem Rhythmus eine Fortschreibung der Konzeption vorgenommen werden soll, d.h. in welchen Zeitabständen mindestens eine Überprüfung und Anpassung der Konzeption auf aktuelle Gegebenheiten erfolgen soll.

Einen guten Leitfaden zur Umsetzung von kinderfreundlichen und jugendgerechten Gestaltung von Schulhöfen hat beispielsweiße die Stadt Freiburg im Breisgau entwickelt (siehe Anlage 1). Der Leitfaden zeigt zudem eine neue Betrachtungsweise auf die Nutzung des Schulhofes unter dem Aspekt des Stadtteilbezuges auf: In die konzeptionellen Überlegungen sollte einbezogen werden, inwieweit nach der Unterrichtszeit der Schulhof für Kinder und Jugendliche des Stadtteils als Spielstätte genutzt werden könnte. Das würde eine zusätzliche Identifikation der Nachbarschaft zum Schulhof hervorrufen und könnte eine Verzahnung mit der Spielflächenkonzeption nach sich ziehen.

Anlage 1: Stadt Freiburg im Breisgau (Hrsg.) (2010): Schulhöfe kinderfreundlich gestalten. Ein  Leitfaden für Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>